Problemstellung

Auslöser für meine mehr als neunzigseitige Projektarbeit „Life-Fitness-Balance“  war neben meinen privaten Erfahrungen im Sport-und Wirtschaftsbereich die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll. Darin finden sich auch heute noch übliche Denkweisen von Gesellschaft und Wirtschaft wieder, welche ein Umdenken erfordern, um bestmögliche Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben mit Rücksicht auf die Gesundheit zu gewährleisten und alle drei in Balance zu halten.

Wir leben heute in einer Zeit, in der tief greifende technologische und gesellschaftliche Umbrüche immer schneller aufeinander folgen und uns in immer kürzeren Abständen erhebliche Anpassungsfähigkeit und Flexibilität abverlangen. Die Menschen sind heutzutage nicht mehr verwurzelt sondern vernetzt. Beruf und Werbung, manipuliertes Kaufverhalten und gesellschaftlicher Erfolgsdruck suggerieren Produzenten, Handel und Konsumenten, dass Glück nur durch Streben nach immer größerem und rasanterem Wachstum und durch den Erwerb immer neuer Produkte erreicht werden kann. Viele erliegen immer öfter einer Fremdbestimmung durch diese Faktoren ohne sich dessen überhaupt bewusst zu werden. Selbstbestimmung in den Bereichen  berufliche Kreativität, soziale Kontakte, Familie und vor allem Gesundheit, die Basis für ein ausgeglichenes und selbstbewusstes Leben, geraten in den Hintergrund und spielen  im heutigen Leben oft nurnoch eine untergeordnete Rolle.

In Österreich haben sich die Krankenstandtage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren um ca. 25 % erhöht.

Die Arbeitsfehltage, welche auf zu viel Stress zurückzuführen sind, belaufen sich in vielen europäischen Ländern auf jährlich 50-60%.